Die Hare-Mauer zu Altendiez – Teil 2

23. September 2026

In der vergangenen Woche haben wir euch die Hare-Mauer, ihre Entstehung, ihre Lage und ihre Bedeutung näher vorgestellt.

Heute folgt der angekündigte zweite Teil: Diesmal geht es um die neu errichtete Bank und die Stühle, die diesen besonderen Ort noch einladender machen. Doch was hat eigentlich der Odenwald damit zu tun?

Diese und weitere Fragen beantwortet uns Charly Giebenhain im Interview.

Wir wünschen euch viel Freude mit der neuen Folge von Bimbes TV!

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Weitere Informationen und etwas Hintergrundmaterial zur Hare-Mauer haben wir euch ebenfalls zusammengestellt.

Was ist die Hare-Mauer und wie ist sie entstanden?

Die Hare-Mauer bei Altendiez ist eine markante Hangkante – ein steil zum Lahntal abfallender Hang und damit ein wunderschöner Aussichtspunkt und ein beliebtes Wanderziel. Die vermeintliche „Mauer“ ist das Ergebnis der tiefen Einschneidung der Lahn in das Rheinische Schiefergebirge mit seinen Schiefer- und Grauwackeformationen.

Naturräumlich betrachtet trennt die Lahn an dieser Stelle den Taunus vom Westerwald. Der Platz, an dem wir die Bank und die Stühle aufgestellt haben, bietet einen weiten Blick über das Lahntal sowie auf die umliegenden Höhen von Taunus und Westerwald.

Woher stammt der Name „Hare“ beziehungsweise was bedeutet er?

Zur Herkunft des Namens gibt es regionale Überlieferungen. Demnach leitet sich die Bezeichnung „Hare“ mundartlich von „Heide“ beziehungsweise vom „fahrenden Volk“ ab. So wurden früher Menschen bezeichnet, die über Land zogen und den Pfad entlang dieses Hangabschnitts als Durchgangsweg nutzten.

Als „Hareleut“, „Heiden“ oder „Heidenleute“ bezeichnete man damals umherziehende und häufig ausgegrenzte Minderheiten, darunter Sinti und Roma, die nicht in die Dorfgemeinschaften integriert waren. Der Überlieferung nach diente das unwegsame, dicht bewaldete Felsband oberhalb des Lahn- und Daubachtals diesen Gruppen als Zufluchtsort, Rastplatz oder verborgener Wanderpfad abseits der überwachten Handelswege.

Welche besondere Rolle nimmt Rainer Wiederstein in Bezug auf die Hare-Mauer ein?

Rainer Wiederstein erzählt dazu:

„Natürlich bin ich nicht der Entdecker, aber gefühlt der Promoter und Pionier der Hare-Mauer. Viele Holzheimer Handballer und Altendiezer Fußballer haben die Hare-Mauer durch mich kennengelernt – allerdings nicht als schönen Aussichtspunkt oder Wanderziel, sondern als harten Trainingsplatz.

Wir haben hier mit Bergläufen unsere Kondition trainiert und neben Kraft und Ausdauer vor allem unsere Koordination – insbesondere die Trittsicherheit – verbessert. Auch heute schicke ich alle angehenden Bergsteiger und Wanderer des VfL Altendiez zum Trainieren an die Hare-Mauer.

Deshalb wird die Hare-Mauer in der lokalen Bergsport- und Outdoorszene auch als ‚kleinster Klettersteig der Welt‘ bezeichnet. Immerhin weist sie einen Höhenunterschied von etwa 70 bis 80 Metern auf.“


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